Dittmann mit der "Neunten"
06.02.2012 / 14:40
Ludwig van Beethovens Chor-Sinfonie erklingt am kommenden Sonntag in der Großen Kirche
BREMERHAVEN. Kantor Werner Dittmann möchte neben seinem klassischen Neujahrskonzert eine weitere musikalische Tradition in Bremerhaven begründen. Seit einigen Jahren führt er regelmäßig Ludwig van Beethovens Sinfonie d-Moll op. 125, die „Neunte“ auf. Jetzt erklingt ide erste Chorsinfonie der Musikgeschichte wieder am Sonntag, 12. Februar, in der Großen Kirche.
Das Publikum strömt alle Jahre wieder zu vielen Hunderten in die Kirche. Auch die Musiker begreifen das Werk stets als ganz besondere Aufgabe: „Diese Sinfonie ist eine ständig neue Herausforderung für alle Beteiligten“, betont Werner Dittmann, der mit Beethovens Gesamtwerk intensiv vertraut ist – für den die „Neunte“ aber weiter voller Rätsel steckt.
„Ich suche immer aufs Neue nach Lösungen für gestalterische Probleme. Die Tempi, die Übergänge, die Dynamik, die Höhepunkte, die vertrackten Details und der Gesamtzusammenhang: Ich hatte noch nie das Gefühl, mit der ,Neunten‘ fertig zu sein“, bekennt Dittmann.
Große Worte
Die Bedeutung der Sinfonie, die mit der „Ode an die Freude“ nach einem Gedicht von Friedrich Schiller endet, beschreibt der Literaturwissenschaftler Dieter Hildebrandt: „Die eine, die ganze Welt, die Schiller da herbeigedichtet hat, ist nicht ein Globus der Wirtschaftsbeziehungen, der Herrschaftsbereiche, der politischen Strategien, sondern eine Erde der Brüderlichkeit, ein Reich der Begeisterung.“ Wo große Worte fallen und die Visionen von Menschlichkeit entstehen, ist dieses Opus nicht weit: Nicht ohne Grund wurde das Freudenthema („Freude, schöner Götterfunken“) zur Europa-Hymne erkoren.
Doch Dittmann arbeitet nicht nur auf die Chorpracht des vierten Satzes hin: „Ich sehe die Sinfonie als Ganzes, als einen Verlauf über vier innerlich sehr verzahnte Sätze. Und als harten Brocken für alle Musiker. „Der stimmliche Gewaltakt für den Chor, die Exponiertheit der Soloparts, der hohe Anspruch aller Orchesterparts: Der Dirigent muss sein Bild immer wieder
überprüfen und eine interpretatorische Lösung suchen, die sich nicht von selbst ergibt.“
Diesmal singen Sopranistin Ingeborg Greiner, Altistin Ann Juliette Schindewolf, Tenor Daniel Kim, und Bassist Matthias Minnich. Werner Dittmann leitet den Bachchor und Mitglieder des Städtischen Orchesters. Das Konzert wird von der Ursula-Wulfes- Stiftung unterstützt. (nz)
Auf einen Blick
Was: Ludwig van Beethoven, 9. Sinfonie; Solisten, Bach-Chor, Städtisches Orchester, Werner Dittmann Wo: Große Kirche Bremerhaven Wann: Sonntag, 12. Februar, 17 Uhr
Karten: Für 15 Euro u.a. im NZ-Ticketshop, in der Touristinformation der Buchhandlung Mügge und im Gemeindebüro, Tel.:04 71/4 28 20
Das Publikum strömt alle Jahre wieder zu vielen Hunderten in die Kirche. Auch die Musiker begreifen das Werk stets als ganz besondere Aufgabe: „Diese Sinfonie ist eine ständig neue Herausforderung für alle Beteiligten“, betont Werner Dittmann, der mit Beethovens Gesamtwerk intensiv vertraut ist – für den die „Neunte“ aber weiter voller Rätsel steckt.
„Ich suche immer aufs Neue nach Lösungen für gestalterische Probleme. Die Tempi, die Übergänge, die Dynamik, die Höhepunkte, die vertrackten Details und der Gesamtzusammenhang: Ich hatte noch nie das Gefühl, mit der ,Neunten‘ fertig zu sein“, bekennt Dittmann.
Große Worte
Die Bedeutung der Sinfonie, die mit der „Ode an die Freude“ nach einem Gedicht von Friedrich Schiller endet, beschreibt der Literaturwissenschaftler Dieter Hildebrandt: „Die eine, die ganze Welt, die Schiller da herbeigedichtet hat, ist nicht ein Globus der Wirtschaftsbeziehungen, der Herrschaftsbereiche, der politischen Strategien, sondern eine Erde der Brüderlichkeit, ein Reich der Begeisterung.“ Wo große Worte fallen und die Visionen von Menschlichkeit entstehen, ist dieses Opus nicht weit: Nicht ohne Grund wurde das Freudenthema („Freude, schöner Götterfunken“) zur Europa-Hymne erkoren.
Doch Dittmann arbeitet nicht nur auf die Chorpracht des vierten Satzes hin: „Ich sehe die Sinfonie als Ganzes, als einen Verlauf über vier innerlich sehr verzahnte Sätze. Und als harten Brocken für alle Musiker. „Der stimmliche Gewaltakt für den Chor, die Exponiertheit der Soloparts, der hohe Anspruch aller Orchesterparts: Der Dirigent muss sein Bild immer wieder
überprüfen und eine interpretatorische Lösung suchen, die sich nicht von selbst ergibt.“
Diesmal singen Sopranistin Ingeborg Greiner, Altistin Ann Juliette Schindewolf, Tenor Daniel Kim, und Bassist Matthias Minnich. Werner Dittmann leitet den Bachchor und Mitglieder des Städtischen Orchesters. Das Konzert wird von der Ursula-Wulfes- Stiftung unterstützt. (nz)
Auf einen Blick
Was: Ludwig van Beethoven, 9. Sinfonie; Solisten, Bach-Chor, Städtisches Orchester, Werner Dittmann Wo: Große Kirche Bremerhaven Wann: Sonntag, 12. Februar, 17 Uhr
Karten: Für 15 Euro u.a. im NZ-Ticketshop, in der Touristinformation der Buchhandlung Mügge und im Gemeindebüro, Tel.:04 71/4 28 20
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